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SALINE LUISENHALL

Seit 1850 wird mitten in der Stadt Göttingen aus 450 Metern Tiefe konzentrierte Sole gefördert und in riesigen flachen Pfannen erhitzt, bis das Salz kristallisiert und abgeschöpft werden kann. Dieses Verfahren ist rund tausend Jahre alt, die Saline „Luisenhall“ die letzte ihrer Art in ganz Europa. Die Betreiber sagen über sich selbst: „Wir können es nicht leugnen: Wir sind ein Relikt aus einer anderen Zeit. Im Laufe eines Jahres produzieren wir gerade mal so viel Salz wie die Großen unserer Branche vor der Frühstückspause."

Das Salz, das in Luisenhall gefördert wird, stammt aus einem Ozean, der vor 250 Millionen Jahren eingetrocknet ist. Lange Zeit bevor der Mensch Gelegenheit hatte, es zu verunreinigen. Und genauso wird es belassen: unverfälscht und frei von jeglichen chemischen Zusätzen.

Pure, authentische Produkte und ein Fertigung wie „in der guten alten Zeit“ - nur konsequent, dass die Pakete mit dem Göttinger Salz bei Manufactum zu finden sind, wo die Generation LOHAS gerne kauft. Menschen, die auf Gesundheit und Nachhaltigkeit Wert legen und deren Produkte ruhig etwas mehr kosten dürfen. Was die Edelökos und Nostalgiker bestenfalls ahnen, ist die harte Arbeit, die in jedem handgepackten Salzpaket steckt.
Auf Luisenhall gibt es kaum Automation, hauptsächlich körperlich anstrengende Handarbeit. Die feuchte, salzhaltige Luft greift die Maschinen und das Mauerwerk an. Ständig müssen Teile repariert oder ausgetauscht werden. Um das Feuer unter den Siedepfannen konstant zu halten, muss es permanent Koks versorgt werden. Am Ende bleibt diese weiße, kristalline Substanz, die früher mit Gold aufgewogen wurde und heute ein Pfennigartikel ist. Harte Arbeit, die nur einen mageren finanziellen Gewinn abwirft.

Und doch: Beobachtet man die Salinemitarbeiter in ihrem Alltag, strahlen sie eine Zufriedenheit und Ruhe aus, die beim Betrachter mehr als verklärende Nostalgie auslöst. Vielleicht ist es die Zufriedenheit, eines der wichtigsten Lebensmittel überhaupt herzustellen, vielleicht ist es die behäbige Gleichförmigkeit der Produktionsprozesse oder die Poesie der Farben an ihrem Arbeitsplatz, der letzten Tiefensalzmanufaktur in ganz Europa.

(Text: Daniela Becker / www.daniela-becker.de)


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